Freiwillige Feuerwehr der Stadt Memmingen e.V.

Löschzug 1: Die Weckerlinie

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43 Jahre nach der Gründung der Feuerwehr Memmingen im Jahre 1860 wurde auf Auftrag des Kommandanten K. Schönmetzer im Jahre 1903 eine "Weckerlinie" gegründet. Er hatte erkannt, daß die Schlagkraft seiner Feuerwehr bedeutend verbessert werden kann, wenn durch kurze Alarmierungszeiten das Ausrücken der Feuerwehrmänner schnellstens möglich ist. Im Zug verschiedenster technischer Neuerungen mußte auch die Alarmierung modernisiert werden. Bisher meldeten die Feuerglocken vom Martinsturm und Trompeter, die durch die Straßen der Stadt liefen, daß ein Brand ausgebrochen ist. Möglich war dies durch einen Kurbelinduktor, der in einem Alarmkasten im Wachlokal des Feuerwehrhauses montiert war. Wollte man Alarmieren, so mußte man einen Stöpsel an einem Kabel in Kontaktbuchse Nr. 1 stecken und kräftig an der Kurbel drehen. Damit ertönte beim Zugführer eine Glocke, auch Wecker genannt. Anschließend kam der Stöpsel in Buchse 2 usw.. Die ersten fünf Feuerwehrmänner waren: Nr. 1 Zugführer Städele, Nr. 2 Stadtbauer Wassermann, Nr. 3 Stadtbauer Steigmüller, Nr. 4 Schlossermeister Konrad Angerer, Nr. 5 Gärtnermeister Fritz Kleiber. Insgesamt wurden 15 Feuerwehrmänner an diese Anlage angeschlossen. Zwischen dem Wachlokal und dem Feuerwächter auf dem Martinsturm bestand eine Telefonverbindung, so daß jeder Brand sofort gemeldet werden konnte. Vorteil dieser Alarmierungsmethode war die Schnelligkeit und daß die Bevölkerung nicht beunruhigt wurde. Memmingen war die erste Stadt Schwabens, die eine solch moderne Alarmanlage eingerichtet hat. Die angeschlossenen Feuerwehrmännern bildeten einen Zug. Dieser Zug bekam den Namen "Weckerlinie", weil bei jedem Wehrmann ein "Wecker" installiert war.

Im Jahre 1920 wurde trotz drohender Inflation und durch den 1. Weltkrieg gelichteter Reihen eine elektrische Feuermelde- Alarmanlage installiert. Die Feuerwache auf dem Martinsturm wurde im gleichen Jahr aufgehoben und das alte Alarmierungssystem ersetzt. Den Bürgern der Stadt war es nun möglich, von verschiedenen Stellen der Stadt aus, per Einschlagen eines Feuermelders, die Feuerwehr zu rufen. Die Anlage wurde in der Polizeiwache im Rathaus untergebracht. Der Zeiger der Anzeigentafel, ähnlich einer Uhr, drehte sich nach Betätigen eines Melders auf die entsprechende Nummer des Feuermelders ein. Anhand eines Verzeichnisses konnte der diensthabende Polizist sofort feststellen von wo aus der Alarm gegeben wurde. Mit der Meldeanlage verbunden war auch die neue Alarmanlage, d.h. es wurde das gleiche Leitungsnetz verwendet. Der Beamte hatte auch hier die Kurbel eines Induktors zu drehen, mußte vorher jedoch eine der drei Schleifen, per Hebelschalter, einschalten. So bestand die Möglichkeit bei größeren Bränden alle drei Schleifen zu alarmieren, jedoch nicht mehr jeden einzeln zu alarmieren, da an jeder Schleife etwa 20 Glocken angeschlossen waren. Ein Beamter eilte dann durch die Schlossergasse und verständigte die zuerst eintreffenden Feuerwehrmänner, welcher Melder anzufahren sei.

Nach dem 2. Weltkrieg erklärte sich Georg Allgöwer bereit die Feuerwehr Memmingen wieder aufzubauen. Der bisherige Zugführer Hans Kleiber stellt sich ihm als Stellvertreter zur Seite und Fritz Diesel übernahm 1945 die Weckerlinie als Zugführer. Bei der Jahreshauptversammlung im Jahre 1953 feierte die Weckerlinie ihr 50 jähriges Bestehen. Nach etwas 2jähriger Beratung und Entwicklung mit einer elektronischen Großfirma und Fachleuten unserer Wehr wurde 1962 eine Funkanlage im Memminger Feuerwehrhaus installiert. Jeder Feuerwehrmann bekam ein kofferradioähnliches Gerät, das vom Stromnetz gespeist wurde. Bei Alarm drückte der diensthabende Polizist einen Knopf. Dadurch wurde über eine Kabelleitung im Feuerwehrhaus der Alarmschrank in Betrieb gesetzt. Über ein eingebautes Funkgerät wurde ein 3-Ton-Ruf ausgestrahlt, vom Alarmempfänger beim Feuerwehrmann aufgenommen und der Alarm wiedergegeben. Diese Anlage erhielt den Namen "Typ Memmingen". Es wurde zwar durch modernere Technik ausgereifter und sicherer, hat aber bis heute noch im wesentlichen Bestand.

1964 mußte Zugführer Fritz Diesel aus gesundheitlichen Gründen den aktiven Dienst beenden. Seine Nachfolge übernahm Otto Schnabel. 1970 wurde in Memmingen Bayerns erste "Deutsche Jungendfeuerwehr" gegründet. Maßgeblich daran beteiligt waren der Zugführer der Weckerlinie Otto Schnabel und Oskar "pet" Bachlehner, der leider bei einem Flugzeugabsturz am 19. April 1970 ums Leben kam.

Im Jahre 1977 über nahm Schlossermeister Helmut Angerer die Weckerlinie aus den Händen Otto Schnabels. An der Jahreshauptversammlung am 26. Februar 1991. über gab Helmut Angerer sein Amt an den jetzigen Stadtbrandrat Hans Hirschmeier, welcher Zugführer bis 1999 war. Dieser übergab 1999 an Bernd Batscheider, der die Weckerlinie in ihr zweites Jahrhundert geführt hat. 2003 wurde mit vielen Freunden und Gästen das 100-jährige Bestehen der Weckerlinie gefeiert. Im Februar 2004 übergab Bernd Batscheider an den jetzigen Zugführer der Weckerlinie Frank Greiner.

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